Paritätische Kommission (PK)

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Elektro- und Telekommunikationsgewerbe

Einhaltung / Geltungsbereiche

Die wichtigsten Punkte zu diesen Themen finden Sie im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und in den Ergänzungsbestimmungen (EB) unter folgenden Artikeln:

Gemäss GAV

Art.11

Paritätische Kommissionen (PK)

11.1

Die regionalen, kantonalen und/oder lokalen Ergänzungsbestimmungen haben bezüglich der Paritätischen Kommissionen zu bestimmen:

a) deren Befugnisse;

b) deren Mitgliederzahl;

c) deren Organisation.

11.2

Die Paritätischen Kommissionen haben insbesondere die Aufgaben:

a) die Pflege der Zusammenarbeit der Vertragsparteien;

b) Rechnungsstellung (d.h. Einzug, Verwaltung, Mahnung und Betreibung) der Vollzugskostenbeiträge gemäss Weisungen der PLK;

c) auf Gesuch hin unter Beachtung von Art. 35.5 GAV über die Unterschreitung des Minimallohnes gemäss Richtlinien der PLK zu befinden;

d) bei Bedarf die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen;

e) die Behandlung von Fragen, die ihr von den/der
   - Vertragsparteien;
   - Sektionen;
   - PLK;
vorgelegt werden.

f) die Durchführung von Lohnbuch- und Baustellenkontrollen inkl. Kontrollbericht gemäss Weisungen der PLK;

g) den GAV und AVE-Vollzug gemäss Weisungen der Paritätischen Landeskommission sicherzustellen;

h) Antragstellung zu Handen der PLK betreffend Aussprechen von Kontrollkosten, Verfahrenskosten, Nachforderungen und Konventionalstrafen;

i) Förderung der beruflichen Weiterbildung;

k) Umsetzung von Massnahmen im Bereich der Arbeitssicherheit;

Im Übrigen gilt ergänzend für die PK das Reglement der PLK. Besteht in einem Kanton oder einer Region keine PK, so übernimmt die PLK die Aufgaben der PK.

11.3

Im Weiteren kann die PK zur Aussöhnung von Streitigkeiten aus Einzelarbeitsverträgen angerufen werden. Gesuche um Aussöhnung sind schriftlich und begründet dem Präsidenten bzw. dem Sekretariat der PK einzureichen.

Verbandsfirmen sind verpflichtet den Gesamtarbeitsvertrag sowie die Ergänzungsbestimmungen einzuhalten.

Gemäss GAV Art. 3

Geltungsbereich

3.1

Räumlicher Geltungsbereich

3.1.1

Der GAV gilt für das ganze Gebiet der Schweiz.

3.1.2

Nicht unterstellt sind die Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Kantons Genf.

3.1.3

Im Kanton Wallis ist der GAV anwendbar, soweit durch den Kantonalvertrag nichts anderes bestimmt wird.

3.1.4

Im Kanton Tessin ist der vorliegende GAV mit Ausnahme der Art. 32 Absenzen, Art. 35 Mindestlöhne, Art. 41 Auslagenersatz bei auswärtiger Arbeit, Art. 42 Auslagen bei Benützung eines privaten Fahrzeuges und Art. 46.1 Beitrag an die Krankentaggeldversicherung durch den Arbeitgeber, sowie Dienstalterszulagen anwendbar. Die vorerwähnten Bestimmungen des Kantons Tessin werden der Allgemeinverbindlichkeit unterstellt. Solange diese Bestimmungen nicht der Allgemeinverbindlichkeit unterstellt sind, gelten die Bestimmungen des vorliegenden GAV. Beim Wegfall der Bestimmungen für den Kanton Tessin gelangen automatisch die Bestimmungen des vorliegenden GAV zur Anwendung.

3.2

Betrieblicher Geltungsbereich

3.2.1

Die allgemeinverbindlich erklärten Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrages gelten unmittelbar für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmenden von Betrieben oder Betriebsteilen, die

a) elektrische und/oder fernmelde-/kommunikationstechnische Anlagen installieren und/oder

b) andere Installationen ausführen, welche dem Elektrizitätsgesetz1) sowie der Niederspannungs-Installationsverordnung2) unterstellt sind und/oder

c) die nachstehenden Tätigkeiten ausführen, welche mit elektrischen Installationen im Zusammenhang stehen:
   - Trassemontagen
   - Schlitzarbeiten;
   - Pneumatische und hydraulische Leitungen im MSR-Bereich;
   - EDV-, IT- und Glasfaserinstallationen;
   - Elektrischer Teil von Photovoltaik-Anlagen bis zum Niederspannungs-Einspeisepunkt.
Im Zweifelsfall entscheidet die Paritätische Landeskommission PLK gestützt auf Art. 10.4 lit. I) GAV.

3.2.2

Der GAV gilt für alle Mitgliedfirmen des VSEI, sofern diese nicht ausdrücklich einem anderen GAV unterstellt sind oder durch Erklärung der Paritätischen Landeskommission vom Geltungsbereich dieses GAV ausgenommen sind.

3.2.3

Zwecks Betriebseinheit gilt der GAV für alle gewerblichen und in der gleichen Unternehmung angegliederten Betriebszweige (Art. 3.2.1 GAV), die nicht ausdrücklich durch die Mitgliedschaft in einem anderen Arbeitgeberverband jenem GAV unterstellt sind oder gemäss Art. 3.1.2 GAV ausgenommen sind.

3.2.4

Der GAV gilt auch für Arbeitgeber, die gemäss Art. 8 GAV einen Anschlussvertrag abgeschlossen haben.

3.2.5

Die allgemeinverbindlich erklärten Bestimmungen des GAV über die Arbeits- und Lohnbedingungen im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 des Bundesgesetzes über die in die Schweiz entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer1) sowie Artikel 1 und 2 der dazugehörigen Verordnung2) gelten auch für Arbeitgebermit Sitz in der Schweiz, aber ausserhalb des räumlichen Geltungsbereiches nach Absatz 1, sowie ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sofern sie in diesem Geltungsbereich Arbeiten ausführen. Bezüglich der Kontrolle über die Einhaltung dieser GAV-Bestimmungen ist die paritätische Landeskommission des GAV zuständig.

3.3

Persönlicher Geltungsbereich

3.3.1

Der GAV gilt – ungeachtet ihrer Arbeit und der Art der Entlöhnung – für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, nachstehend Arbeitnehmer genannt, welche in den Betrieben arbeiten, die arbeitgeberseitig dem GAV unterstellt sind.

3.3.2

Beschäftigt ein dem GAV bzw. der AVE unterstellter Arbeitgeber Arbeitnehmer einer Arbeitsvermittlungs- bzw. Personalverleihfirma gemäss Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsgesetz, AVG, Mindestbestimmungen siehe Anhang 9 GAV), so sind für die Verleihfirmen die nachfolgend aufgeführten Artikel anwendbar: Art. 23.1 und 2; Art. 24.2, 3, 4, 5; Art. 27; Art. 29.1 und 2; Art. 30; Art. 32; Art. 37; Art. 38; Art. 39; Art. 40; Art. 41.1; Art. 46; Art. 48; Art. 49; Anhang 9 GAV.

3.4

Nicht unterstellte Arbeitnehmer

3.4.1

Dem GAV nicht unterstellt sind (ausgenommen Mitglieder der Gewerkschaften Unia und Syna):

a) Der Betriebsinhaber und seine Familienangehörigen gemäss Art. 4 Abs. 1 ArG;

b) Kader, soweit ihnen Personal unterstellt ist;

c) Arbeitnehmer, die überwiegend administrative Aufgaben wie Korrespondenz, Lohnwesen, Buchhaltung und Personalwesen haben oder in Ladengeschäften arbeiten;

d) Arbeitnehmer, die vorwiegend mit Planung, Projektierung, Kalkulation und Offerten beschäftigt sind;

e) Lehrlinge.

Gemäss EB Art. 1

Geltungsbereich

1.

Räumlicher betrieblicher und persönlicher Geltungsbereich

1.1

Gestützt auf Art. 3.1 + 3.2 GAV gelten die vorliegenden Ergänzungsbestimmungen (EB) für das Gebiet des Kantons Zürich.

1.2

Diese EB gelten für alle Arbeitgeber im räumlichen Geltungsbereich (juristische Personen und Einzelfirmen) oder Betriebsteile, die elektrische und/oder fernmeldetechnische Anlagen und/oder Installationen ausführen.

1.3

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. Im Zweifelsfall entscheidet die Paritätische Kommission über die betriebliche Zugehörigkeit zum Geltungsbereich gemäss Art. 3 des GAV.

1.4

Diese Ergänzungsbestimmungen (EB) gelten ebenfalls für alle aus dem Ausland entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Kanton Zürich die unter 1.2 aufgeführten Elektro- und Telekommunikations-Installationen ausführen.

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